Geplante Obsoleszenz – kaufen für die Müllhalde

Geplante Obsoleszenz – kaufen für die Müllhalde

Müllberg

Was ist denn geplante Obsoleszenz ?

Geplante Obsoleszenz ist die “tolle” Idee vieler Hersteller, Gebrauchsgegenstände so zu konzipieren, dass diese nach einer bestimmten Zeit unbrauchbar werden, obwohl

es vom Material her nicht sein müsste. Grund: die Neukäufe von Produkten schneller voran zu treiben. Darf man Historikern glauben, war die Glühbirne Vorreiter dieses ganzen Irrsinns. Bereits in den Anfängen der Industrialisierung wurde eine Glühbirne entwickelt, die eine Haltbarkeit von nahezu 100 Jahre hat. Aber stellt Euch das mal vor….. nur ein mal im Leben Glühbirnen kaufen. Das dies für die Hersteller und deren Absatz nicht gerade wirtschaftlich wäre, ist klar. Also wurden fortan die Glühbirnen so konzipiert, dass sie nach einer Betriebszeit von 1000 oder 2000 Stunden kaputt gehen…

 

Glühbirne brennt seit 116 Jahren

Paradebeispiel für eine mögliche lange Haltbarkeit zeigt eine Glühbirne im kalifornischen Livermore. In einer Feuerwehrwache hängt dort eine Glühbirne, welche nunmehr seit 116 Jahren brennt und brennt und brennt. Wahnsinn!
Wirf mal einen Blick drauf…. hier geht es zur Webcam. Willst du mehr über diese Glühbirne wissen? Dann klicke hier.

 

 Neukauf statt Reparatur

Wir kennen es doch alle. Bei vielen Produkten ist ein Neukauf billiger als eine Reparatur. Und das ist gewollt! Wir sollen kaufen, kaufen, kaufen! Ein Irrsinn! Vieles lässt sich nicht reparieren, weil Bauteile, Gehäuse etc. immer häufiger verklebt anstatt verschraubt sind. So kommt man oftmals überhaupt nicht an die Bauteile heran. Außerdem werden Ersatzteile oftmals zu solch hohen Preisen verkauft, dass viele den Aufwand scheuen und für unwesentlich mehr Geld direkt ein neues Gerät kaufen. Ist man zudem noch auf Fachleute angewiesen (beispielsweise eine Werkstatt oder einen Kundendienst), machen die zusätzlich entstehenden Lohnkosten, wirtschaftlich gesehen, eine Reparatur oftmals sinnlos.

 

“Ein Artikel, der sich nicht abnutzt, ist eine Tragödie fürs Geschäft”

Dies ist ein Zitat aus einer Werbezeitschrift von 1928. Tja, leider gestaltet sich die heutige Wirtschaft so. Es gibt zu dieser ganzen Thematik eine tolle Dokumentation, die auf dem Fernsehsender ARTE ausgestrahlt wurde. Diese solltet Ihr Euch unbedingt mal anschauen:

 

 Was kann man selber tun ?
  1. Also ich prüfe immer erst selbst was defekt ist/sein könnte und mache mich dann im Internet auf die Suche nach einer Lösung. Das Netz ist voll von guten Tipps und erklärenden Videos. An viele Dinge kann man sich wirklich auch mal selbst dran wagen.
  2. Ist mir der Defekt bekannt schaue ich nach, ob ich an ein entsprechendes Ersatzteil komme und versuche einzuschätzen, ob ich die Reparatur selbst durchführen kann.
  3. Fehlen mir hierzu gewisse Utensilien/Kenntnisse, überlege ich ob es im Bekanntenkreis jemanden gibt, der mir helfen kann.
  4. Komme ich zu dem Entschluss das eine Reparatur wirklich nicht mehr möglich ist, überlege ich, ob der Gegenstand ggf. für einen alternativen Zweck zu gebrauchen ist.
  5. Als wirklich allerletzte Option bleibt dann die Entsorgung.

Bevor man etwas voreilig in den Müll schmeißt sollte man immer kurz mal überlegen, ob

  • man den Gegenstand anderweitig nutzen kann
  • es noch verkaufen / spenden / verschenken kann
  • in Kombination mit anderen Gegenständen vielleicht etwas tolles erschaffen kann

Hierzu gibt es im Netz auch unzählige Ideen. Vielleicht findest du ja auch ein paar Anregungen in unserer Rubrik 2nd Chance.

Christian

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